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Irma Kreiten: Die unerträgliche Zufälligkeit der Kernkraftbefürwortung

 

Eigenen Angaben zufolge arbeitet Fabian Herrmann an einem utopischen Roman oder einer Romanserie namens „Curiepolis“. Er träumt als Autor von einer künstlichen Inselgruppe im Pazifik, auf der ein neuer, auf Forschung, Technologie und Raumfahrt basierender Staat gegründet würde. Er erwähnt u.a. den amerikanischen Futuristen Zoltan Istvan und beruft sich auch auf Thomas Pynchon, Arno Schmidt, Alfred Döblin und Tom Blees „Prescription for the Planet“ (ein proatomares Plädoyer auf über 400 Seiten) als seine Vorbilder. Die Grundideen scheinen sich doch näher an die Technokratie-Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts anzulehnen (die wiederum die Larouche-Politsekte wie auch die Zeitgeist-Bewegung beeinflußt haben soll). Herrmann bietet damit Retrofuturismus. Was an ein zu politisierendes Publikum gerichtete Überzeugungstechnik, was eigener Fortschrittsglaube, was spielerische Phantasie, was Eigensatire sein soll, ist mitunter schwer auszumachen. Kommunistisch-utopische Ideen, die tatsächlich auch einen gewissen handlungsanleitenden Charakter haben sollen, finden sich in seinem auf Nuklearia veröffentlichten Beitrag „Antientrope Internationale“.